Im Jahre 1330 brach im Stift Klosterneuburg ein großer, verheerender Brand aus, der einen großen Teil der damaligen Stiftsanlage zerstörte. Auch der Verduner Altar - der bedeutendste Kunstschatz des Stiftes, wurde vom Feuer bedroht. Nervenaufreibend wurde die Lage, als das Löschwasser ausging, aber der Brand in der Nähe des Altares noch nicht unter Kontrolle war. Die Legende will es nun (und ich glaube es gerne), daß die verzweifelten Chorherren den Verduner Altar retteten, indem sie ihn mit Wein übergossen und auch Weinfässer in die naheliegenden Brandstätten entleerten.

Dem Propst Stefan von Sierndorf (1317-1335) fiel dann die Aufgabe zu, das Stift wiederherzustellen. Er tat dies so formidabel, daß man ihn den "Zweiten Gründer" des Stiftes nennt. Er selbst belohnte sein Wirken schon ein wenig zu Lebzeiten, indem er sich auf vielen Kunstwerken wie Gemälden, Altären oder Buntglasfenstern als kleiner betender Mann am Rande des eigentlichen Geschehens festhalten ließ.


Propst Stefan von Sierndorf
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Wer mehr über das Leben als Augustiner-Chorherr in Klosterneuburg erfahren möchte, der kann sich auf der Homepage des Stiftes umschauen.

Dort findet man auch Informationen über das kulturelle Angebot und aktuelle Nachrichten über Wechselausstellungen.


Ein Gargouille oder Wasserspeier an der Stiftskirche
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Die Schleierlegende

"Dann als dieser H. Marggraf mit seiner frommen Gemahlin im Schloß auf dem Gallen-Berg unter einem Fenster sich dißfalls unterredete, sihe! da ward urplötzlich bey heiterem Himmel durch Göttliche Anordnung der Tugendsamen Fürstin Agnes, durch einen unverhofften Wind der Schleyer vom Haupt hinweg gerissen, und vor beyder Augen in das nächst an der Donau liegende Gebüsch und Waldung fortgetragen. So geschehen im ersten Jahr ihrer Vermählung 1106. Im 9ten Jahr hierauf, als Leopoldus einsmals um diese Gegend jagete, und die Jagd=Hund ein grosses Bellen hatten, und er diesen begierig zueylte, fand er nicht ohne höchste Verwunderung in dem Gesträuß auf einem Holder=Baum, den verlorenen Schleyer seiner Gemahlin, welcher biß zu der Zeit so viel Jahr in Regen, Schnee, und allen Ungewitter wundersam ganz unversehrt hangen geblieben. Durch welche Erfindung Leopoldus, als ein vom Himmel gegebenes Zeichen, erkennet, daß dieser Ort zur Erbauung seines vorhabenden Gottes=Hauß und Closters von Gott gewidmet seye."

So lautet die Gründungslegende des Stiftes Klosterneuburg in den Worten von Matthias Fuhrmann (1735). Die Legende ist sehr alt. Erst im späten Mittelalter wurde der "Urform" der Geschichte noch eine Marienerscheinung hinzugedichtet, welche in früheren Berichten fehlte.


Der Heilige Leopold



Das Heilige Stifterpaar findet den Schleier am Holunderstrauch
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Auf dieser Seite werde ich im Laufe der Zeit diverse kleine Informations-Bröckchen zur Geschichte des Stiftes Klosterneuburg und zum Leben in unserer Gemeinschaft zusammentragen.

Längere Bilderstrecken - z.B. von feierlichen Ereignissen - werde ich auf meinem Blog posten und einen passenden Link von hier nach dort legen.


Stift Klosterneuburg
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